Kanalnetzsanierung

Schon wieder eine Baustelle !! Sie kennen das und haben sich bestimmt schon einmal geärgert. Warum nur wird so viel gebaut - die Kanalisation ist doch vorhanden ?

Stimmt - aber zum einen teilweise alt und erneuerungsbedürftig, zum anderen noch nicht abschließend in Schmutz- und Regenwassersystem getrennt. Beides haben wir in Angriff genommen, und zwar bereits 1994.

Voraus ging in den Jahren 1990 - 93 ein von der EU gefördertes grenzüberschreitendes Pilotprojekt der Städte Gråsten, Sønderborg, Glücksburg und Flensburg. Dabei wurden die Kanalnetze sowohl in baulicher wie auch in hydraulischer Hinsicht untersucht und überrechnet. Ziel des Projektes war die Erarbeitung von Maßnahmen zur Reinhaltung der Flensburger Förde, insbesondere die Erarbeitung von Steuerungsmöglichkeiten der Kanalnetze aller Beteiligten.

Heraus kam, dass das Flensburger Kanalnetzt grundlegen sanierungsbedürftig ist. Es wurde daher ein umfassendes Kanalnetzsanierungskonzept, erarbeitet.

1994 wurden hierfür im städtischen Investitionsplan Mittel in Höhe von insgesamt 160 Mio. DM vorgesehen, die seitdem konsequent bereitgestellt und verbaut werden - jährlich rund 8 Mio. DM bzw. 4,09 Mio. EURO .

Ziel war zunächst, die alte Mischwasserkanalisation weitgehend durch ein Trennsystem zu ersetzen bzw., soweit sie aus technischen Gründen erhalten bleiben muss, zu sanieren. Am Ende bleiben nur sieben sog. "Mischwasserinseln" (Gebiete, in denen die Kanäle nicht nur Schmutz-, sondern auch Regenwasser sammeln und zum Klärwerk leiten) bestehen:

  • B4, Bereich Neustadt
  • B73-1, Bereich Nerongsallee
  • B73-2, Bereich Burgfried
  • B73-3, Bereich Nordergraben
  • B80, Bereich Friesische Straße
  • B1, Bereich Lautrupsbach
  • B2, Bereich Hafermarkt

Jedes dieser Gebiete wurde bzw. wird mit einem Stauraumkanal versehen, der in der Lage ist,
Regenwasser bei Bedarf zwischen zu speichern und dem Klärwerk über eine Abflussdrosselung dosiert zuzuführen. Damit wird das Klärwerk bei starkem Regen nicht mehr durch "Flutwellen" überlastet, die Reinigungsleistung steigt und die Schadstoffbelastung der Flensburger Förde wird minimiert.